Britisches vs. Amerikanisches Englisch: Beste Feinde 2
Martinique & Tom

Martinique & Tom

Martinique kommt aus dem „Golden State“ – Kalifornien, und Tom aus dem südwestlich gelegenen Britischen Juwel Bristol. Dieses dynamische Duo teilt die Liebe zu gutem Essen, weshalb sie ihr Streben nach einer Model-Karriere gegen das Verfassen von Beiträgen über das Reisen und Essen eintauschen mussten. Die beiden sind immer für einen Spaß zu haben und sind zusammen eine weit bessere Kombination als etwa Pommes Frittes mit Ketchup. Aus diesem Grund sind ihre gemeinsamen Blog-Artikel auch wahrlich einen Michelin-Stern wert und – wären diese vor 1776 entstanden – hätten die USA und Großbritannien vermutlich auch immer noch das beste Verhältnis zueinander.

Britisches vs. Amerikanisches Englisch: Beste Feinde 2

23/12/2015

Wenn du den ersten Teil unserer sprachlichen besten Feinde mitbekommen hast, dann mach dich bereit für die zweite Runde, bei der die amerikanische gegen die britische Schreibweise antritt, kommentiert vom brillanten Briten Tom und der aufgeweckten Amerikanerin Martinique.

PAVEMENT VS. SIDEWALK

T: “Pavement” bezieht sich auf den “paved” (gepflasterten) Bereich der Straße, der speziell für die Fußgänger gedacht ist. Das Wort stammt vom Lateinischen pavimentum,  was so viel bedeutet wie “zertrampelter Pfad”. Zertrampelt daher, da er für Fußgänger bestimmt ist. Sinnvoll, oder?

M: Das ergibt keinen Sinn. Warum sollten wir etwas nach dem, woraus es besteht, benennen? Bei dieser Logik sollten wir Menschen Atome und Pasta Weizen nennen. “Sidewalk” ist doch der Rand (“side”) der Straße, auf dem man gehen kann. So einfach ist das!

DIAPER VS. NAPPY

M: „Diaper“ war der Begriff, der für kleine, sich wiederholende geometrische Formen verwendet wurde und später auf weißes Leinengewebe verwies. Also ist es nur ein netter Ausdruck, um zu sagen, dass etwas, in das man Babyexkremente einwickelt, eigentlich modisch ist.

T: Das verwundert mich doch sehr, da “Diaper” eigentlich kein Wort ist, welches sich auf die Hygiene von Kleinkindern bezieht. Amerikaner haben das Ganze nur erfunden. Zumindest ist “nappy” die einfache Abkürzung von “napkin”, in was die Leute für gewöhnlich die Babyhintern in vergangenen Zeiten wickelten. Wir waren schon recht einfallsreich.

COOKIE VS. BISCUIT

M: Wir haben dir bereits erklärt, was ein “Biscuit” ist (das britische Äquivalent zu einem Scone). Jedoch ist “Cookie” einfach ein tolles Wort! Cookies sind genauso süß, wie es das Wort vermuten lässt. Aber wenn ich weiter ausholen soll, dann kommt es vom niederländischen Wort “koekjas” und wir wollen ehrlich sein, die Niederländer wissen, wie man backt.

T: Das ist eins meiner liebsten britischen Wörter, da es so geradeheraus ist. Es stammt vom Altfranzösischen „bescuit“ – eine Kombination aus dem Lateinischen bis (was “zweimal” bedeutet) und coctus (der Vergangenheitsform von coquere, was “kochen” bedeutet), da “Biscuits” ursprünglich gebacken und dann im Ofen getrocknet wurden, damit sie länger hielten. Siehst du, so finden Wissenschaft und Sprache in einer perfekten, schmackhaften Harmonie zusammen.

TRASH VS. RUBBISH

M: Wir sagen eigentlich “garbage”, doch “trash” ist Umgangssprache und hat viele Bedeutungen: Es kann ein Nomen für Müll (“garbage”) sein, ein Adjektiv, welches etwas von schlechter Qualität beschreibt, und ein Verb für die Gelegenheiten, wenn man ein Hotelzimmer zerstört, da man sich entschieden hat, das Leben eines Rockstars zu führen. Jedes Wort mit mehreren Bedeutungen ist mehr als okay für mich.

T: Rubbish bezieht sich auf rubbous, ein Mischwort aus dem Altfranzösischen und Altenglischen, welches von robe stammt, was wiederum “spoils” bedeutete (ausversehen auch ein Wort, welches rubbish  besagt, aber edler klingt). Man kann es auch als umgangssprachliches Verb nutzen, um etwas auszudrücken, das einem nicht gefällt (dieses wurde ursprünglich von den Australiern in den 1950ern erfunden). Großbritannien hatte die Herrschaft über diese Länder, also ist dieses Wort rechtmäßig unseres geworden, sobald es erfunden war. Das war vielleicht unfair, aber wen stört’s? Wir haben die Regeln nicht gemacht!

FRENCH FRIES VS. CHIPS

M: French fries machen einfach Sinn, da die Franzosen uns Amerikanern viele gute Dinge gebracht haben, wie die Freiheitsstatue und Louisiana. Daher ist es vollkommen verständlich, dass wir eine unglaublich leckere gebackene Kartoffel nach ihnen benennen. Merci à vous!

T: Chips sind eigentlich die Stücke einer Kartoffel, welche in Chips  geschnippelt (“chipped”) werden, um gebackene Chips zu machen, welche großartig zu Currysoße und anderen leckeren kalorienhaltigen Zutaten passen. Was uns direkt zum nächsten Punkt führt…

CHIPS VS. CRISPS

M: Chips heißen Chips, da sie auseinanderbrechen (“chip away”), wenn du reinbeißt. Das hilft dabei, das Erlebnis vorherzusehen, dass dich während des Knabberns erwartet.

T: Während es stimmt, dass die amerikanischen Chips auch die Chips (Schnipsel) der Kartoffel sind, aus der sie bestehen, sind diese Chips doch so dünn geschnitten, dass sie ganz knusprig (“crispy”) werden, wenn sie gebacken werden – und deshalb heißen sie Crisps. Außer Tortilla Chips, welche ganz anders genannt werden, da Mexikaner sich an keine Regeln halten und Dinge so benennen, wie es ihnen gerade in den Sinn kommt, solange man diese in Guacamole tunken kann. (Und darum lieben wir sie und ihre Küche.)

SOCCER VS. FOOTBALL

M: Also, ähm, eigentlich haben die Briten diesen Spiel erfunden, aber wir haben es behalten! Los, Team Amerika!

T: Warum heißt American Football Football (“Fußball”)? Die meiste Zeit werfen sie den Ball und dieser berührt nie ihre Füße! Das ergibt keinen Sinn und Amerikaner sollten vor Scham ihr Haupt senken, während sie uns dabei zusehen, wie wir einem Sport nachgehen, der ausschließlich mit den Füßen gespielt wird, außer du bist der Torwart.

SNEAKERS VS. TRAINERS

M: Also die Bedeutung steckt doch im Wort! In den 1970ern machte Henry Nelson McKinney diesen Begriff populär, während er an einer Keds-Kampagne arbeitete, um eine Gummisohle vorzustellen, welche es einem erlaubte, sich an arglose Freunde und Familienmitglieder anzuschleichen (“sneak up on”). Warum sollten wir sie Trainer nennen? Deine Schuhe sagen dir doch nicht, dass du dich auf den Boden werfen und fünfzehn Liegestütze machen sollst oder versuchen dich mit Motivationssprüchen wie “Kein Fleiß, kein Preis” anzufeuern. Also warum versuchen die Briten ihre Schuhe zu vermenschlichen? Das ist einfach nur seltsam.

T: In Großbritannien haben wir etwas länger gebraucht, um diesen Sportschuh-Unsinn mitzumachen, da wir einfach deutlich mehr Klasse haben. Und als wir uns doch hinreißen haben lassen, haben wir sie nur zum Training getragen, deshalb haben wir sie Trainers getauft. Außerdem, wer schleicht denn schon tatsächlich in Sneakers? Das ist einfach nur seltsam.

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Martinique & Tom

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Martinique kommt aus dem „Golden State“ – Kalifornien, und Tom aus dem südwestlich gelegenen Britischen Juwel Bristol. Dieses dynamische Duo teilt die Liebe zu gutem Essen, weshalb sie ihr Streben nach einer Model-Karriere gegen das Verfassen von Beiträgen über das Reisen und Essen eintauschen mussten. Die beiden sind immer für einen Spaß zu haben und sind zusammen eine weit bessere Kombination als etwa Pommes Frittes mit Ketchup. Aus diesem Grund sind ihre gemeinsamen Blog-Artikel auch wahrlich einen Michelin-Stern wert und – wären diese vor 1776 entstanden – hätten die USA und Großbritannien vermutlich auch immer noch das beste Verhältnis zueinander.